Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) – Was steht bevor?

Lange haben Karstadt und Kaufhof gebraucht, um sich nach ihrer Fusion zu sortieren. Nach Standortstreit der Firmenzentrale und neuem Namen, hat die frisch umgemünzte Signa-Tochter direkt neue Probleme: Konflikte mit Verdi, Ärger mit einem Berliner Bezirk und schließlich noch Probleme beim Bau eines eCommerce-Lagers.

Schon auf den CPD Ordertagen in Düsseldorf trat GKK mit schlankem Team und deutlichen Zielen auf, allem voran bessere Einkaufskonditionen. Dem Beteuern vom Tod der Warenhäuser zum Trotz, stellt GKK ein Schwergewicht dar und weiß um die Absatzpotenziale, die sich nun dort bündeln. Das wird die Gewinne aus dem Geschäft mit GKK unvermeidlich schmälern.

Doch nicht nur Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) selbst wird in Zukunft einiges an Transformationsleistungen leisten müssen. Auch jede Marke, die in einem Warenhaus vertreten ist, muss Präsenz und Umgang mit dem neuen Gebilde auf den Prüfstand stellen. Denn in drei Bereichen wird sich die Zusammenarbeit mit dem neuen Warenhaus massiv verschieben. Obwohl GKK noch mit Verdi in Sachen Tarifstruktur im Clinch liegt und Letztere sich mit allen Mitteln gegen einen vereinten Tarifvertrag wehrt, wird Kaufhof früher oder später die gleiche Rettungskur erfahren, die schon Karstadt aus der Krise zurück in die schwarzen Zahlen führte: Intensives Sparen, Standortschließungen und nicht zuletzt Personalabbau.
 

Quelle: Galeria.de

 

Szenarien für Standorte und Personal

175 gemeinsame Warenhäuser zählt die neue Kette, nicht wenige davon in direkter Nachbarschaft zu einander. Deren paralleler Betrieb wird sich auf Dauer nicht rechnen. Deshalb wird GKK die Zahlen jedes einzelnen Hauses haarklein durchleuchten. Dort, wo entweder der Mietvertrag ausläuft oder Nachmieter bereit stehen, werden sich Standorte schneller als gedacht verabschieden.

Das bedeutet, dass viele Verkaufsstellen in zentralen Lagen aufgegeben werden, deren nachfolgende Verwendung als Warenhaus oder eine andere Retailnutzung noch vollkommen offen ist. Für Marken wiederum ergibt sich daraus, dass nun neben schrumpfender Marge auch noch stark frequentierte Verkaufsflächen wegbrechen.

Aber nicht nur von Standorten wird sich GKK auf mittlere Sicht trennen. Die geplante Ausdünnung der Personaldecke wird im Besonderen an den Verkaufsflächen nicht spurlos vorbei ziehen. Das heißt für Marken, weniger GKK-Personal das Kunden berät – und am Ende des Tages Produkte abverkauft.
 

Quelle: PRofiFLITZER GmbH

 

Optionen als Marke

Darauf kann man als Marke auf zwei Arten reagieren: Hinnehmen oder Gegensteuern. Da aber schon durch das straffere Auftreten des neuen GKK-Einkaufs Gewinne geschmälert werden, ist es umso wichtiger die eigene Position im Warenhaus zu verteidigen. Hier können durch eigenes Markenpersonal nicht nur gezielt Verkäufe generiert werden, sondern auch zusätzlich Upsales stattfinden, die bei mangelnder Betreuung der Fläche verlustig gehen würden.

Um aus GKK als Kanal dennoch das Maximum herauszuholen, müssen Marken nun mit einer besonderen Performance glänzen. Das geht los beim Flächendesign und kulminiert in qualifiziertem Personal. Nur mit ausgewähltem und perfekt geschultem Personal lässt sich nachweislich der Absatz steigern.
 

Quelle: Galeria Kaufhof GmbH

 

Quellen: Florian Kolf, „Stephan Fanderl saniert Kaufhof und Karstadt mit harter Hand“, in: Handelsblatt (Unternehmen), 06.08.2019; Michael Kläsgen, „Kaufhof streicht massiv Stellen“, in: Süddeutsche Zeitung (Wirtschaft, Unternehmen), 05.08.2019.