„Jeff wer?“ – Macht der Ignoranz

Wenn Elon Musk, in einem BBC-Interview, auf den Amazon-Chef angesprochen wird, antwortet er ironisch „Jeff wer?“[1]. Was folgt ist ein etwas ungelenkes Lachen auf beiden Seiten der Interviewpartner, bevor es weiter um visionäre Technologien geht. Aus diesem Interview bekannt bleibt allerdings allein dieser Ausschnitt. Als Persiflage auf die Profilierung der eigenen Persona durch die Ignoranz der Konkurrenz wird dieser Moment schnell zum Meme. Ähnlich funktionierte auch die Aussage Karl Lagerfelds in der Johannes B. Kerner Show über diese Heide Klum, „die ich nicht kenne. Claudia kennt die auch nicht. Die war nie in Paris, die kennen wir nicht.“ [2]

Dies sind medienstarke und letztlich auch humorvolle Beispiele für eine Strategie, die Jeff Bezos selbst aus einer grundsätzlichen und sehr ernsthaften Überzeugung pflegt. Im Rahmen des Gesprächs mit Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, anlässlich des Axel Springer Awards 2018, erzählt Jeff Bezos von den kleinen und großen Dramen der Anfangszeiten von Amazon. So ging nur wenige Jahre nach dem Launch von Amazon, als das Unternehmen lediglich ca. 125 Mitarbeiter zählte, das größte US-amerikanische Buchhandelsunternehmen Barnes & Noble online. Die gesamte US-amerikanische Medienlandschaft titelte von der Zerstörung Amazons durch die 30.000 Mann starke Konkurrenz, die bereits mit 10 Jahren Erfahrung im Buchhandel übermächtig erschien.

Die Bedrohung wirkte so groß, dass besorgte Mütter der Mitarbeiter, die die Nachrichten um den Online-Buchhändler in Funk und Fernsehen verfolgten, um die berufliche Zukunft ihrer Kinder in dem Unternehmen fürchteten. Eine nagende Atmosphäre der Unsicherheit lag in den Räumen des noch jungen Konzerns, als Jeff Bezos in einem Meeting der gesamten Belegschaft deren Besorgnis zugestand. Allerdings, so betonte er nahtlos, solle man keine Angst vor den Mitbewerbern haben. Seine Erklärung war einfach wie wahr: Sie (die Mitbewerber) werden uns niemals irgendwelches Geld geben. Fürchten solle man einzig die eigenen Kunden. Anstelle also, wie besessen die große Konkurrenz zu verfolgen, würde alles in Ordnung kommen, solang man sich als Unternehmen auf den Kunden konzentriere.[3] Der Rest ist Geschichte.

Kunden lesen entspannt Bücher in einem gemütlichen Buchladen

Foto: Pixabay

 

Ist noch Disruption?

Wenn wir also, als Experten für den Einzelhandel und Ihr Partner am PoS, dieser Tage die großen Schlagzeilen von der Zerstörung des Einzelhandels durch den Online-Handel lesen und hören, selbst die US-Politik in den Gesang des Untergangs miteinstimmt, dann lohnt es einmal mehr die eigenen Kompetenzen zu reflektieren und die Schreckstarre der Online-Bedrohung abzuschütteln. Wenn es also heißt, Amazon goes Brick-and-Mortar antworten wir „Jeff wer?“

Ob es in 2020 überhaupt noch um Disruption gehen wird, ist laut Matthias Horx, Gründer des Zukunftsinstituts und „einflussreichster Trend- und Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum“ eh spätestens seit 2018 fraglich.[4] Auch oder gerade wenn der US-Finanzminister, Steven Mnuchin, Mitte dieses Jahres noch von der Zerstörung des Einzelhandels durch Amazon spricht und den Konzern durch „das Justizministerium einer wettbewerbsrechtlichen Untersuchung unterziehen will“[5], bedeutet dieser Weg sicherlich nicht die Lösung.

Diese nämlich liegt in Ihrer, unserer Hand. Gern helfen wir Ihnen dabei, genau hinzuschauen, was Ihre Kunden wollen und wo es am PoS Möglichkeiten zur Verbesserung gibt. Amazon-Go Stores in New York und vielleicht bald auch in Europa sind nicht die Gefahr. Die wirkliche Bedrohung besteht darin, die Wünsche der Kunden zu ignorieren, sich nicht weiterzuentwickeln. Wir würden sogar so weit gehen zu behaupten, dass die Nachricht Amazon goes Brick-and-Mortar ein Beweis dafür ist, wie unausgeschöpft die Ressourcen des Einzelhandels sind. Seien Sie gemeinsam mit uns visionär und lassen Sie uns den PoS der Zukunft gestalten. Unsere Ideen enden gewiss nicht bei klassischen Modellen des Merchandising oder der Sales-Promotion. Vielmehr wollen wir erstklassige und moderne Konzepte der Kundenbindung schaffen. Rufen Sie uns an – ja es ist so einfach – und wir besprechen individuell mit Ihnen und auf Ihr Unternehmen zugeschnitten, wie wir Ihren Auftritt im Markt optimieren.
 
 
Titelbild: Nikolas Capella

[1] Reddit Storytime, Elon Musk “Jeff who?
[2] U.a.Welt.de
[3] Das gesamte Interview: Business Insider, Jeff Bezos Talks Amazon, Blue, Origin, Family and Wealth. 2018
[4] Matthias Horx, Der Mythos Disruption, 2018
[5] Quelle: n-tv,Rubrik: Wirtschaft, “Hat den Einzelhandel zerstört” – US-Finanzminister wettert gegen Amazon, Juli 2019