Feiertagsgeschäft online? – Studien und Statistiken

Statistisch betrachtet befinden wir uns derzeit und auch noch in den nächsten Wochen in der Hochphase des Feiertagsgeschäfts in Deutschland. Seit 2013 blieben die Kaufgewohnheiten hierzulande in diesem Quartal quasi unverändert. Es mag daran liegen, dass die Stimmung Ende November, Anfang Dezember in den Städten jetzt erst feierlich wird. Der warme Duft von karamellisiertem Zucker liegt vielversprechend in der kühlen Luft der Vorwinterszeit und die Lichter der Geschäfte locken aus der tristen, frühabendlichen Dunkelheit in die bunte Behaglichkeit verheißungsvoller Angebote, die das Leben noch bequemer, ästhetischer oder interessanter machen.


Quelle: Statista

 

Vorfreude ist die schönste Freude

Erwiesenermaßen lieben wir es, uns in diesen Tagen inspirieren zu lassen, weil wir eben nur selten schon im Frühjahr oder im Sommer wissen, wie und womit wir unseren Liebsten im Winter eine Freude machen wollen. Schließlich ist es häufig eine emotionale Entscheidung, die uns in dem Moment über den Wunsch und dessen Erfüllung antreibt. Soviel wir auch über die Entfremdung des Menschen von der Natur diskutieren mögen, wir sind immer noch Teil derselben und Hand aufs Herz, wie viele Eichhörnchen sehen wir mit der Vorratssammlung im Sommer oder gar im Frühling beschäftigt. Selbstverständlich ist das Konsumverhalten des christlich geprägten Menschen in der westlichen Welt nicht mit der Notwendigkeit der Nahrungssicherung von Wildtieren zu vergleichen. Nichtsdestotrotz hat die Umwelt einen natürlichen Einfluss auf uns, der relativ beständig ist. Wenn wir Umwelt schreiben, meinen wir neben der Jahreszeit und dem damit verbundenen Klima und Wetter, vor allem auch die Gesellschaft. Vorfreude ist die schönste Freude und man freut sich immer noch am besten zusammen. Gemeinsam bereiten wir uns auf große Ereignisse vor und tauschen uns aus. Wir beraten uns und lassen uns inspirieren, am liebsten mit allen Sinnen.
Einkaufszentrum weihnachtlich geschmückt
StockSnap auf Pixabay

Verschiebung des Feiertagsgeschäfts

Laut einer Studie aus den USA allerdings verliert das Feiertagsgeschäft schon seit Jahren an Bedeutung. Wieder einmal sei der Ursprung im Online-Handel, genauer gesagt bei Amazon zu sehen. Durch den Prime Day im Juli locke der Online-Händler mit konkurrenzlosen Angeboten. Dieses Phänomen, so lautet die Statistik, habe nicht nur Einfluss auf den Einzelhandel im Allgemeinen, sondern auch auf die Verschiebung der saisonalen Absatzmärkte. Der amerikanische Einzelhandel übernehme die deal days des Online-Handels und unterstütze so gezwungenermaßen die Verwässerung der Feiertagsangebote derart, dass insbesondere die Schmuckbranche und die Unterhaltungsbranche einen Umsatzverlust im herkömmlichen Feiertagsgeschäft zu verzeichnen habe.

Statistik, die besagt, dass die Weihnachtseinkäufe in Deutschland immer noch am liebsten im Einzelhandel getätigt werden.

Quelle: Statista

 

Prime Day – Tag des Konsums

Ursprünglich feierten wir im Herbst und Winter religiös oder saisonal bedingte Feste der Dankbarkeit und Nächstenliebe, über die wir uns unserer Gemeinschaft besannen. Geschenke waren mehr oder weniger immer auch Teil dieser verschiedenen Festlichkeiten unterschiedlicher Kulturen. Waren es ursprünglich Naturalien, die das höchste Gut stellten, so änderte sich das im Laufe der Zeit und des Wohlstandes zu Konsumgütern anderer Art. In den letzten 100 Jahren wird dennoch immer wieder der Verlust des jeweils eigentlichen Feiertagsgedanken beklagt und gerade im Herbst und Winter vermehrt dazu aufgerufen, auf Geschenke zu verzichten.

Die Säkularisierung des Konsums ist allerdings überhaupt gar keine Erfindung des Online-Handels, nicht einmal von Amazon. Wie in einem anderen Artikel skizziert, analysiert Jeff Bezos lediglich den Status quo und baut aus ganz alten, sehr erfolgreichen Elementen, eine neue Komposition. Bereits seit den 60er Jahren ist beispielsweise der umsatzstarke Black Friday in den USA bekannt. Als Freitag nach dem traditionellen Thanksgiving, läutet dieser Tag seit jeher die Weihnachtseinkaufsaison ein. Man könnte nun behaupten, mit dem Prime Day hätte Amazon das Pferd lediglich von hinten aufgezäumt, indem es einen Tag des reinen Konsums geschaffen und im zweiten Schritt zum säkularen Feiertag erhoben hat. Nicht von der Hand zu weisen ist die religiöse Grundstruktur der Exklusivität. Nur Prime-Mitglieder feierten ein “zweitägiges Feuerwerk voller toller Angebote, welches am 15. Juli 2019 startete.”[1]

Eine Tasse Tee mit Sternanis. Dazu Salzbrezeln und Tannenzapfen.

Quelle: Pixabay

 

Fest der Sinne

Das Feiertagsshopping im Einzelhandel ist immer noch ein Event der Sinne. Ein zuckerglasiertes Lichterfest aus Gold, Weihrauch und Myrrhe. Dort ist die Inspiration und das gemeinschaftliche Gefühl der Vorbereitung auf das Festliche an sich beheimatet. Der Beweis, dass man aneinander denkt und miteinander feiert. Dieses Konzept lässt sich, solange wir noch nicht in mixed reality Welten shoppen gehen, nicht ins Digitale übertragen und dessen ist sich auch Amazon bewusst, weswegen der Prime-Day ein eigenes, unabhängiges Datum erhalten hat. Statistiken zeigen und unterstreichen entsprechend, dass sich die Menschen hierzulande nach wie vor von dem Einkaufserlebnis im Einzelhandel inspirieren lassen, nicht auf noch so schön designten Internetseiten. Insbesondere in einer digitalisierten Welt erscheint das Analoge vor allem an traditionellen Festtagen wie ein Geschenk. Es hat einen eigenen Wert.

Natürlich sind wir bei PRofiFLITZER bestens im Bilde über die Möglichkeiten des Feiertagsgeschäfts und unterstützen Sie bei allen Events. Ob in der Verkostung, in der Sales-Promotion oder im Merchandising. Gemeinsam gestalten wir die Vorfeiertagsexperience Ihrer Kunden, die sich in diesen Tagen Ende November, Anfang Dezember von Ihren Produkten verzaubern lassen wollen.

Titelbild: Gerd Altmann, Pixabay
[1] Amazon Prime Day